Sammy Molcho

Alles, was ich denke, meine Wünsche, meine Gefühle sind ein Teil meiner Wirklichkeit, weil sie auf mich wirken. Im Deutschen gibt es das schöne Wort Wirklichkeit. Wirklichkeit ist alles, was auf mich wirkt. Das heißt, der Teufel ist für den Gläubigen ein Teil seiner Wirklichkeit, weil er Schweißausbrüche hervorruft, wenn er an ihn denkt. Es ist zynisch zu glauben, dass nur alles Beweisbare zur Wirklichkeit gehört. Ich plädiere für mehr Respekt gegenüber der geistigen Welt, die in dem Augenblick, in dem sie auf mich wirkt, physische Gestalt annimmt. […] Ich will zunächst einmal sagen: Ich bin mein Körper. Und noch einmal: Nur anhand von Wirkung ist es mir möglich festzstellen, dass ich existiere. Wirkungen aber gehen grundsätzlich über die Motorik des Menschen, das heißt über seine Physis, hinaus. Zwischen Körper und Geist lässt sich in Wahrheit nicht trennen. Alles andere ist Theorie. Gedanken und Gefühle sind wie ein Fluss, sie brauchen ein Gefäß, um Form zu gewinnen. Das Glas verändert nicht die Substanz von Wasser, es gibt ihm eine momentane Form. Alle Empfindungen, Bedürfnisse und Gedanken suchen ihre Erfüllung über die Motorik. Körpersprache drückt sowohl das geistige Wunschbild aus, das ich in mir trage, als auch meine physischen Bedürfnisse.

  • in: Alles über Körpersprache. Sich selbst und andere besser verstehen, 4. Aufl. 2001
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