Vortrag: Udo Ulfkotte – So lügen Journalisten [2014]

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6 Antworten zu Vortrag: Udo Ulfkotte – So lügen Journalisten [2014]

  1. lawgunsandfreedom schreibt:

    Die Quelle ist zweifelhaft (Kopp-Verlag, bekannt für teils unsäglichen Unsinn), der Produzent (Vogt) zählt zum rechten Spektrum und der Vortragende ist auch nicht unumstritten.

    Leider ist ein Großteil des Inhaltes trotz der zweifelhaften Herkunft sehr wahr. Ich habe lange in Werbung und in den Medien (Print und TV) gearbeitet und kann die dort herrschenden Zustände bestätigen.

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    • --- schreibt:

      Ja, ich weiß um die Zweifel, die Du äußerst, und teile sie. Ich halte viel vom Zweifel, so weit er der Wahrheitsfindung dient. Man soll sich nicht wegwerfen. Vor allem bin ich Dir an dieser Stelle aber dankbar, dass Du diese Posts weder unter den Tisch fallen lässt, noch letzte Urteile propagierst. Überhaupt was Gerades dazu zu sagen, trauen sich oder vermögen anscheinend die Allerwenigsten. Das weiß ich also sehr zu schätzen. Die Sache mit dem Kopp-Verlag wird in dem KenFm-Interview thematisiert, das nicht nur darum ein sehr hörenswertes Gespräch ist. Mein Hintergrund ist ein geisteswissenschaftlicher, und was ich mag, ist die kompetente, brilliante, klar begründete und offene Auseinandersetzung dieser Männer. Sie nutzen die Möglichkeiten der Sprache und der Aufklärung sehr weitgehend aus, und woanders finde ich das aktuell bisher nur wenig. Wie sich das bei Ulfkotte mit den Vorträgen fortsetzt, ist schwer zu sagen, aber er hat eine klare Meinung, die er einwandfrei formuliert und begründet. Gerade dass kein Mensch die Wahrheit gepachtet hat, ist für mich ein notwendiger Konsens, um sich überhaupt austauschen zu können. Wir haben eben alle etwas in uns, das die Erlösung von den Schwierigkeiten sucht, ohne welche das Leben wiederum nicht spannend wäre. Das Paradox. Auch in der Politikwissenschaft habe ich meinen Abschluss gemacht und meine, diese Begriffe „links“ und „rechts“ taugen nicht viel, wenn man versucht, sich mit Tatsachen statt Vorstellungsmustern, denen man nachvollziehbare Vorgänge opfert, auseinanderzusetzen. Es ist für mich zuerst der Prozess, der Wandel, der zählt. Welche Gewissheit gibt es schon. Ich mag keine radikale Rhetorik oder politische Schlagabtausche, das ist mir schon sprachlich zu dumpf und unausgegoren. Es ist natürlich schwierig, sich allen diesen Unglaublichkeiten zu stellen, aber nach Jahren meines allzu gutgläubigen Sichimkreisedrehens und der Flucht in die Literatur und die Kunst bin ich persönlich froh, dass ich es heute schaffe, mich diesen Informationen und Formaten zu stellen und auch dazu zu stehen. Ich zweifle am Euro, unterstütze deswegen aber keine politischen Organisationen, die daraus wieder Kapital schlagen wollen. Ich sehe sowieso keine Möglichkeit zur konstruktiven Mitbestimmung in der Politik für mich und konzentriere mich auf meine eigene Souveränität und Möglichkeiten zur Selbstbestimmung auf der Grundlage unserer Verfassung [die ja ein Grundgesetz ist, ich weiß, aber es ist eben das Beste, was da ist]. Mir ist einfach der Mensch sehr wichtig, über mich selber hinaus. Und ich bin dagegen, die Ungewissheiten und Schwierigkeiten den Korporatisten, Verschwörern, Ideologen, Manipulatoren und überhaupt jenen, die urteilen, bevor sie sich informiert und auseinandergesetzt haben, zu überlassen. Gerade die Auseinandersetzung betrachte ich als meinen Job, es gibt einfach zu viele Möglichkeiten, um schnell fertig zu sein. Ich habe noch diesen Real Talk gepostet, der von der ganzen Form her extrem zweifelhaft anmutet; aber ich muss sagen, obwohl die Sprecher ihrem Ärger mit expliziten Worten Luft machen und die letzte halbe Stunde von der vorhergehenden Dichte wegbricht, machen sie in meinen Augen etwas verdammt Richtiges. Wenn sprachliche Sorgfalt auf Unehrlichkeit und Profitinteressen aufbaut, ist sie sowieso nichts wert, eigenständige und echte Gedanken, die einem Orientierung geben, sind mir viel wichtiger. Von ihnen kommen die Hinweise auf die Rede von Anna Kirschner und die Doku Deadly Dust, die ich wahrscheinlich heute irgendwann noch poste, ist auf YouTube. Das praktische an solchen tiefgehenden Gesprächen ist, dass ich nebenher malen oder aufräumen kann und nicht am Computer sitzen und in den Bildschirm starren muss. Da mache die neuen Medien für mich sehr viel Sinn. Ich meine, inhaltlich hat da jeder selbst seine Schlüsse und Konsequenzen zu ziehen, das ist jedem zuzutrauen, der oder die nicht vor der Welt flieht. Und wenn ich allein die Ukraine-Sache betrachte, hoffe ich zunächst sowieso weder auf eine leichte Lösung, noch auf Sicherheit. Der intellektuelle Aufschrei ist ja überall, auch in den Alphamedien, wenngleich dort, je mehr es in die Masse geht, eine sehr fadenscheinige Normativität und Einseitigkeit vorherrscht. Ich denke einfach selbst schon lange, dass in der gewohnten öffentlichen Berichterstattung in Relation zu den Idealen, die man aus Schule und Studium kennt, etwas nicht stimmt, in der Werbung schon gar nicht, und suche durch eine möglichst breite Information den Tatsachen etwas näher zu kommen. Das hat sich auch alles noch nicht so richtig gesetzt bei mir, habe da gestern beim Surfen in eine Art Bienennest gestochen. Also mal sehen. Auf die morgige Demo nach Frankfurt zieht es mich aber schon, einfach um mir mein eigenes Bild zu machen, und weil die sogenannte Verarmungspolitik eine Tatsache umschreibt, die ich nicht unterstütze, obwohl es mir selbst ganz gut geht. Ich wünsche mir eine Welt mit mehr Menschen, die eine bessere Lebensqualität und eine friedlichere Kommunikation verwirklichen. Mich würde interessieren, warum Du nicht mehr im Medienbereich arbeitest, solange es Dir nicht unangenehm ist, diese Information über Dich preiszugeben. Wie ich sehe, machst auch Du von Deinem Recht auf (relative) Anonymität Gebrauch; ich bin nahe daran, sie aufzugeben. Glaubst Du, das würde mehr Vertrauen schaffen, oder meinst Du, das Risiko ist unverhältnismäßig groß? Ist die Angst, von irgendwem in irgendeine Ecke gestellt zu werden, die Opferung der Meinungsfreiheit wert? Die Möglichkeit, eine qualifizierte Meinung zu erreichen, gibt mir eigentlich Kraft und Perspektiven, obwohl ich das Angenehme, wie alle anderen auch, selbstverständlich vorziehe! Mit besten Grüßen, Tobias

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  2. lawgunsandfreedom schreibt:

    Hi Tobias,

    Anonymität im Netz ist eine Illusion. Computer, Netzwerke und damit auch die Sicherheit sind mein Fachgebiet. Im Medienbereich arbeite ich derzeit deswegen nicht, weil ich als ITler nicht drauf angewiesen bin. Es gibt viele andere Bereiche, in denen ich arbeiten kann. Aber überall geht es ähnlich zu. Ob in den Medien, der Politik, der Werbung, der PR von Firmen. Überall stößt man auf dieselben Verhaltensmuster.

    Meine Anonymität/Pseudonymität pflege ich durchaus, auch wenn mir sehr bewusst ist, daß das für jemanden mit ausreichend Fachwissen und Technik kein Hindernis ist. Wirklich versteckt mit diesem Nicknamen bin ich nicht. Aber ich werde es neugierigen Schnüfflern nicht zu leicht machen. Ich kenne einige Methoden, wirklich fast unsichtbar im Netz zu agieren. Dann wechselt man halt die Persona.

    Verständlich, daß manche Leute aufgegeben haben, bzw. aufgeben wollen. Vielleicht ist es bei mir nur Trotz. Aber ich werde nicht meine Rechte aufgeben, selbst, wenn ich sie vielleicht nur symbolisch verteidigen kann. Regierungen, Behörden und Dienste mögen übermächtig erscheinen, aber wenn man ihnen diese Omnipotenz zugesteht, dann hat man schon aufgegeben und verloren.

    Vertrauen schaffen, durch Aufgabe der Privatheit? Wem gegenüber? Die oben genannten Kreise sehen jeden Bürger als Verbrecher/Gegner/Staatsfeind bzw. als potenziellen Terroristen – zumindest aber als unzuverlässigen Untertanen, den man kontrollieren und überwachen muß. Mir ist es übrigens ziemlich egal, in welche Ecke man mich stellt. Ich lege mich sowieso mit jedem an, der mir mit einer der populären Ideologien kommt.

    Um zu einer eigenen Meinung zu kommen, muß man heute viel selbst recherchieren und nicht selten eine Quellenüberprüfung über 3-4 Ebenen vornehmen. Trotzdem kann man nie sicher sein, die Wahrheit zu kennen. Man kann sich ihr nur annähern. Das muß reichen.

    Warum wohl solche Vorträge (und das folgende Q&A nicht von unseren Medien thematisiert werden?

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    • --- schreibt:

      Hey, vielen Dank für Deine Antwort, Deine Erfahrung und die Informationen. Mir kommt es so vor, als ob viele Blogger misstrauisch sind, wenn man nicht seine Personalien einträgt. Ich selbst brauche das zum Vertrauen nicht. Bis heute hält mich die Suche durch normale User davon ab, meine Daten einzugeben, Leute, die mich vielleicht im Netz suchen, weil sie sich nicht trauen anzurufen, aber neugierig sind, oder andere, die an irgendwelchen Inhalten, die ich hier nicht vertrete, sondern arrangiere, irgendwelchen Unsinn projizieren und mir dann im Leben mit ihren Missverständnissen kommen. Das Persönliche gehört vom ganzen Konzept her nicht explizit in den Blog, da soll es nach Interesse gehen, das ja persönlich genug ist. Ich gehe von Freiwilligkeit und Selbstorganisation aus, bin aus fb und allem sonst ausgetreten, außer Google+, habe ich aber so gut wie nicht benutzt. Google Search findet mich nicht mehr, oder eben nicht so leicht, und das finde ich angenehm. Es wäre also ein ganz schöner Schritt, hier alles reinzuschreiben. Ich danke Dir für Deine Worte, ich werde es nicht tun, man kann mich ja kontaktieren, wenn es um irgendeine Sache geht. Dem, was Du über Wahrheit und Anonymität sagst, stimme ich vollkommen zu. Die beste Recherche läuft nach wie vor abseits vom Netz, vor allem im Gespräch und eigenen Beobachtungen, umso mehr, wenn man über die mindestens 7Ws und Quellensicherung bescheid weiß, d.h., an die ursprüngliche Quelle kommt und dann den Hergang überblickt. Bin auch echt gern Mensch :)
      Den Vortrag werde ich mir anhören, bin schon gespannt. Froh und getrost, Tobias

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      • lawgunsandfreedom schreibt:

        Das „Misstrauen“ wegen fehlender Personalien entspring meist den eigenen Vorstellungen und Ansprüchen (vulgo „Vorurteilen“). Wer neugierig ist, der soll den direkten Kontakt suchen. Dazu habe ich ein Kontaktformular, das erst einmal benutzt worden ist. Bei Journalisten erwarte ich, daß sie ihren Namen unter das setzen, für das sie verantwortlich sind. Aber bei Bloggern? Nur bei Bloggern, die explizit journalistisch arbeiten, erwarte und bekomme ich das.

        Zwar vertrete ich auf meinem Blog meine eigene Meinung, aber ich bringe gelegentlich auch mal kommentarlos Beiträge, die vielleicht nicht oder nicht ganz meiner Meinung entsprechen. Manchmal auch welche, die höchst diskutabel sind – gemeinerweise manchmal, ohne was dazu zu schreiben. Und wer aus dem winzigen Ausschnitt, den mein Blog von mir zeigt, auf mich und meine Persönlichkeit oder meinen Charakter schließen will, den kann ich sowieso nicht ernst nehmen.

        Recherche läuft bei mir allerdings häufig über das Netz – aber nicht ausschließlich. Viele Informationen bzw. die Vertiefung von Themen bekommt man ja nicht über das Internet, aber hilfreich ist das Netz schon … sehr hilfreich.

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  3. --- schreibt:

    Word! Ich danke Dir für die Gedanken. Was Du schreibst, kann ich nur unterschreiben; ich meine auch, dass gerade die Beiträge, die fragwürdig erscheinen oder eben keine einseitigen Schlüsse zulassen oder propagieren, die sind, die in der Lektüre die Spreu vom Weizen trennen. Es gibt die Scheuklappen und Vorurteile, und es gibt die mündige Offenheit für jegliche Information, die hilft, den Horizont zu erweitern. Ganz besonderen Dank spreche ich Dir für den Vortrag von George Friedman aus. Diese Perspektive zu erleben hat mir sehr gut getan, und ich nehme daraus viel mit. Ich glaube, es ist sehr wichtig, die deutsche Politik von außen zu sehen; jeder, der im Ausland war, weiß ja, dass man sich in Deutschland selbst im Vergleich mit Pseudoproblemen herumschlägt und sich dabei gegenüber dem Rest der Welt ziemlich ignorant verhält, ganz entgegen den kompensatorischen Lippenbekenntnissen und Selbstgerechtigkeiten im Bevölkerungsprivatbereich, wo seit den Sechzigern der Fernseher läuft und man nach Feierabend einen auf Freund mit denen machen will, mit deren Blut man auf Arbeit noch angestoßen hat. Es ist im Grunde ziemlich witzig, dass man einen einen derart hohen Lebensstandart für selbstverständlich hält, trotzdem an allem herummäkelt, und sich dann wundert, dass dabei immer weniger Nachbarstaaten mitspielen wollen – wo es uns doch so gut geht, wo wir doch alles richtig machen, wo doch alles gut wäre, wenn sich die Welt an einer so diskret gespaltenen Einstellung ein Beispiel nähme :) Das ist so stumpf, dass ich lachen muss, gerade auch, weil es den Unterschied zwischen Sein und Schein im hergebrachten kollektiven Bewusstsein so treffend umschreibt. Die Mehrheit hält sich für gebildet und berufen, während sie immer weniger selbstständig denkt, sich nicht auskennt und sich aufgegeben hat, und die Weltinterpretation irgendwelchen Priestern in Recht und Wirtschaft umso mehr überlässt. Ich trage die von Friedman beschrieben „deutsche Frage“ in mir weiter und fühle mich mit gemeint, wenn es ihm um das Verhältnis zwischen extrem hoher (Export)Wirtschaftskraft einerseits und einer fragilen politischen Kultur andererseits geht, und dass man nicht sagen kann, was geschehen wird. Ich wüsste ja gern, was er sagen würde, wenn er sich mit der deutschen Romantik auseinandersetzen würde… Dass Friedman seinem Konzept und damit den amerikanischen Interessen manches Positive opfert und insgesamt vor allem die Frage der Verantwortung außen vor lässt, gehört wohl zu der Struktur einer solchen Perspektive. Die Unterwerfung sogenannter wissenschaftlicher Politikanalysen unter Ideologien und imperiale Machtinteressen ist das, was mich von diesem Geschäft, das ich neben Sprache und Kunst leider auch studiert habe, nachhaltig trennt. Bis heute fällt mir immer wieder auf, wie sehr eine jegliche gesetzliche, wissenschaftliche oder einfach staatsbürgerliche Autorität mit zweierlei Maß misst, wenn es um die Beziehung zu anderen geht. Umso wertvoller Dein Hinweis auf den Vortrag, der mir manches klarer vor Augen gebracht hat, und letztlich auch die Erinnerung an diese psychische Komplementarität von Unterwerfung und Arroganz (Lars von Trier – Dogville!) hervorgerufen, die, wenn ich sie mir bewusst mache, so schön zuverlässig den Hammelgeruch, der mich aus dem „braven“ Umfeld zwangsläufig befällt, aus dem Kopf vertreibt.

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