aus: die vermessung der welt, von daniel kehlmann.

baudelaire anywhere

(er) blinzelte. etwas mit seinem augen stimmte nicht, das firmament schien ihm zerfurcht. er spürte die ersten regentropfen. – vielleicht sprachen die toten ja nicht mehr, weil sie in einer stärkeren wirklichkeit waren; weil ihnen diese hier schon wie ein traum und eine halbheit, wie ein längst gelöstes rätsel erschien, auf dessen verstrickungen sie sich noch einmal würden einlassen müssen, wollten sie sich darin bewegen und äußern. manche versuchten es, die klügeren verzichteten. – er setzte sich auf einen stein, das regenwasser floss ihm über die schultern. der tod würde kommen als eine erkenntnis von unwirklichkeit; dann würde er begreifen, was raum und zeit waren, was die natur einer linie, was das wesen der zahl. vielleicht auch, warum er sich immer wie eine nicht ganz gelungene erfindung vorkam, wie die kopie eines ungleich wirklicheren menschen, von einem schwachen erfinder in ein seltsam zweitklassiges universum gestellt. – er blickte um sich…

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