Edgar Allan Poe

„Sorgfältig verriegelte ich von innen die Tür und begann, das Zimmer auf das Genaueste zu durchsuchen. Denn noch durfte ich an die Möglichkeit glauben, dass sich der verlorene Gegenstand meiner Nachforschungen – in irgendeiner Ecke verborgen oder in einem Schrank, einer Schublade versteckt – wieder anfände. Er mochte dampfartig sein – er mochte vielleicht sogar eine greifbare Form haben. Die meisten Philosophen sind in vielen Fragen der Philosophie sehr unphilosophisch. Indes sagt William Godwin in seinem <Mandeville>: <Unsichtbare Dinge sind die einzigen Wirklichkeiten>; dies ist, wie jedermann zugeben wird, ungemein treffend ausgedrückt – ich wollte, der kluge Leser besänne sich, bevor er solchen Feststellungen den Vorwurf macht, sie enthielten ein ungebührliches Quantum an Absurdität. Man erinnere sich nur, dass Anaxagoras behauptet, der Schnee wäre schwarz; ich habe seither entdeckt, dass dies der Fall ist. […]“

– aus: Der verlorene Atem [Loss of Breath, 1832] – Eine Geschichte weder im noch wider den Blackwood-Stil, in: E.A. Poe, Meistererzählungen, Hamburg 1962.

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